Kleintierpraxis am Hafen

Dr. med. vet. Micaela Peters, prakt. Tierärztin

     

Verordnung über das Halten gefährlicher Tiere (Gefahrtier-Verordnung - GefTVO Niedersachsen)

Verordnung über das Halten gefährlicher Tiere
(Gefahrtier-Verordnung - GefTVO Niedersachsen)

vom 5. Juli 2000

Fundstelle: Nds. GVBl. vom 7. Juli 2000, S. 149 - VORIS 21011 10 10

mehrfach geändert und neu strukturiert durch Verordnung vom 14.02.2003 (Nds. GVBl. S. 124)

Auf Grund des §55 Abs. 1 Nr. 4 des Niedersächsischen Gefahrenabwehrgesetzes in der Fassung vom 20. Februar 1998 (Nds. GVBl. S. 101) wird im Einvernehmen mit dem Niedersächsischen Innenministerium verordnet:

§ 1 (bei der Änderung weggefallen)

(1) Es ist verboten, nicht gewerblich

  1. Hunde der Rassen Bullterrier und American Staffordshire Terrier,
  2. Hunde des Typs Pit Bull Terrier und
  3. Kreuzungen mit Hunden dieser Rassen oder dieses Typs zu halten, zu züchten oder zu vermehren.

(2) Der Landkreis oder die kreisfreie Stadt erteilt für die Haltung von Hunden nach Absatz 1, die bei In-Kraft-Treten dieser Verordnung vorhanden waren, eine schriftliche Ausnahmegenehmigung, wenn

  1. die Tierhalterin oder der Tierhalter die Fähigkeit des Hundes zu sozialem Verhalten durch einen Wesenstest vor einer von dem Landkreis oder der kreisfreien Stadt benannten sachverständigen Person oder Stelle nachgewiesen hat,
  2. durch die Haltung dieses Hundes im Einzelfall keine Gefahr für Dritte entsteht und
  3. die Tierhalterin oder der Tierhalter über die perönliche Eignung zur Haltung des Hundes, die auch durch Vorlage eines Führungszeugnisses (Auszug aus dem Bundeszentralregister) nachzuweisen ist, und die notwendige Sachkunde verfügt.

(3) Hunde, die dem Wesenstest nach Absatz 2 Nr. 1 unterzogen worden sind, sind nach Anordnung des Landkreises oder der kreisfreien Stadt leicht erkennbar und dauerhaft zu kennzeichnen.

(4) Hat der Hund den Wesenstest nach Absatz 2 Nr. 1 bestanden, so hat der Landkreis oder die kreisfreie Stadt der Tierhalterin oder dem Tierhalter aufzugeben, den Hund innerhalb einer bestimmten Frist unfruchtbar machen zu lassen.

(5) Wird der Wesenstest nicht bestanden, weil ein außergewöhnliches Aggressionspotential zu erkennen ist, durch das eine erhebliche Gefahr für Menschen besteht, so hat der Landreis oder kreisfreie Stadt die Tötung des Hundes anzuordnen.

(6)

  1. Die Tierhalterin oder der Tierhalter darf Hunde nach Absatz 1 außerhalb einer Privatwohnung oder eines ausbruchsicheren Grundstücks nur persönlich führen oder eine Person, die eine Bescheinigung des Landkreises oder der kreisfreien Stadt über die notwendige Sachkunde besitzt, damit beauftragen.
  2. Beim Führen des Hundes außerhalb einer Privatwohnung oder eines ausbruchsicheren Grundstücks ist dieser anzuleinen und mit einem Maulkorb zu versehen.
  3. Außerdem ist die Ausnahmegenehmigung mitzuführen und auf Verlangen berechtigten Personen oder Stellen vorzuzeigen und zur Prüfung auszuhändigen.
  4. Die beauftragte Person hat zusätzlich ihre Bescheinigung über die Sachkunde mitzuführen und ebenso vorzuzeigen und zur Prüfung auszuhändigen.

(7) Die Kosten des Wesenstests, des Eignungs- und des Sachkundenachweises nach Absatz 2, der Kennzeichnung nach Absatz 3 und der Unfruchtbarmachung nach Absatz 4 oder der Tötung nach Absatz 5 trägt die Tierhalterin oder der Tierhalter.

§ 2 (bei der Änderung weggefallen)

(1) Wer nicht gewerblich einen in der Anlage 1 aufgeführten Hund hält, hat diesen außerhalb einer Privatwohnung oder eines ausbruchsicheren Grundstücks stets mit Maulkorb versehen und angeleint zu führen.

(2) Der Landkreis oder die kreisfreie Stadt kann vom Gebot des Abs. 1 Ausnahmen in entsprechender Anwendung des § 1 Abs. 2 genehmigen; § 1 Abs. 3, 6 und 7 gilt entsprechend.

§ 3 (nach der Änderung 1)

(1) Es ist verboten, nicht gewerblich Giftschlangen einschließlich der Nattern der Gattungen Dispholidus und Thelotornis, Giftechsen, tropische Giftspinnen und giftige Skorpione zu halten.

(2) Der Landkreis oder die kreisfreie Stadt kann Ausnahmen von dem Verbot des Absatzes 1 genehmigen, wenn

  1. durch die Haltung des gefährlichen Tieres im Einzelfall keine Gefahr für Dritte entsteht und
  2. gewährleistet ist, dass die Tierhalterin oder der Tierhalter von dem Landkreis oder der kreisfreien Stadt festgelegte Gegenmittel und Behandlungsempfehlungen bereithält.

(3) Ausnahmen nach Absatz 2 sind zu befristen und unter dem Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufs zu erteilen.

§ 4 (nach der Änderung 2)

(1) Die nicht gewerbliche Haltung eines in der Anlage 2 aufgeführten Tieres bedarf der Genehmigung des Landkreises oder der kreisfreien Stadt.(2) Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn durch die Tierhaltung im Einzelfall die öffentliche Sicherheit nicht gefährdet wird.

§ 5 (nach der Änderung 3)

(1) Die nach § 2 der Verordnung über das Halten gefährlicher Tiere vom 21. August 1980 (Nds. GVBl. S. 344), geändert durch die Verordnung vom 13. April 1984 (Nds. GVBl. S. 114), erteilten Erlaubnisse gelten als Genehmigungen nach § 4 Satz 1 fort.

(2) Bis zur Erteilung einer Genehmigung nach den §§ 1 oder 2 dieser Verordnung müssen die Hunde beim Verlassen einer Privatwohnung oder eines ausbruchsicheren Grundstücks einen Maulkorb tragen und angeleint sein. (bei der Änderung weggefallen)

(3) Das Recht der Verwaltungsbehörden, allgemein durch Verordnung oder im Einzelfall weitergehende Regelungen über den Umgang mit Hunden, auch hinsichtlich der in § 2 Abs. 1 und in Anlage 1 genannten Tiere, zu treffen, bleibt unberührt. (bei der Änderung weggefallen)

§ 6 (nach der Änderung 4)

(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 59 Abs. 1 des Niedersächsischen Gefahrenabwehrgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig

  1. entgegen § 1 Abs. 1, § 3 Abs. 1 oder § 4 ohne Genehmigung ein Tier hält, jedoch nicht, bis über einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung (§ 1 Abs. 2) noch nicht unanfechtbar entschieden ist, wenn dieser Antrag innerhalb von zehn Tagen nach Inkrafttreten dieser Verordnung gestellt worden ist,
  2. entgegen § 1 Abs. 1 einen Hund zur Zucht oder Vermehrung verwendet,
  3. entgegen einer vollziehbaren Anordnung nach § 1 Abs. 4 den Hund nicht oder nicht innerhalb der von der Behörde vorgegebenen Frist unfruchtbar machen lässt,
  4. entgegen einer vollziehbaren Anordnung nach § 1 Abs. 5 den Hund nicht töten lässt,
  5. entgegen § 1 Abs. 6 Satz 1 den Hund durch eine Person führen lässt, die keine Bescheinigung über die notwendige Sachkunde besitzt,
  6. entgegen einer vollziehbaren Anordnung nach § 1 Abs. 6 Satz 2 den Hund ohne Maulkorb oder unangeleint führt,
  7. entgegen § 1 Abs. 6 Sätze 3 und 4, auch in Verbindung mit § 2 Abs. 2 Halbsatz die Ausnahmegenehmigung oder die Bescheinigung über die Sachkunde nicht mitführt, vorzeigt oder aushändigt
  8. entgegen § 2 Abs. 1 den Hund außerhalb einer Privatwohnung und eines ausbruchsicheren Grundstücks ohne Maulkorb oder unangeleint führt, ohne im Besitz einer Ausnahmegenehmigung zu sein oder
  9. entgegen § 5 Abs. 2 den Hund außerhalb einer Privatwohnung oder eines ausbruchsicheren Grundstücks ohne Maulkorb oder unangeleint führt.

nach der Änderung: Ordnungswidrig im Sinne des § 59 Abs. 1 NGefAG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 1 Abs. 1 oder § 2 ohne Genehmigung ein Tier hält.

(2) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 5.000 Deutsche Euro geahndet werden.

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung über das Halten gefährlicher Tiere vom 21. August 1980 (Nds. GVBl. S. 344), geändert durch die Verordnung vom 13. April 1984 (Nds. GVBl. S. 114), außer Kraft.

Hannover, den 5. Juli 2000
Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

In Vertretung Dr. Greifelt
Staatssekretär

Anlage 1 (zu § 2 Abs. 1)

Dem § 2 Abs. 1 unterfallen

  1. Bullmastiff,
  2. Dobermann,
  3. Dogo Argentino,
  4. Fila Brasileiro,
  5. Kaukasischer Owtscharka,
  6. Mastiff,
  7. Mastin Espanol,
  8. Mastino Napoletano,
  9. Rottweiler,
  10. Staffordshire Bullterrier,
  11. Tosa-Inu und
  12. Kreuzungen mit Hunden der Nummern 1 bis 11;

ausgenommen sind Hunde bis zur Vollendung des sechsten Lebensmonats und dienstlich geführte Hunde öffentlicher Stellen. (bei der Änderung weggefallen)

Dem § 4 Satz 1 unterfallen

    1. von den Großkatzen
      • der Löwe (Panthera leo),
      • der Tiger (Panthera tigris),
      • der Leopard oder Panther (Panthera pardus),
      • Schneeleopard (Panthera uncia) und
      • Jaguar (Panthera onca);
      • der Puma (Felis concolor);
      • alle Arten Luchse (Lynx);
      • der Serval (Felis s. leptailurus serval);
      • der Gepard (Acinonyx jubatus);
      • der Nebelparder (Neofelis nebulosa);
      • der Ozelot (Felis pardalis);
      • die Affen (Primates), ausgenommen Halbaffen (Prosimiae) und Krallenaffen (Callithricidae);
      • der Wolf (Canis lupus);
    2. von den Bären
      • der Braunbär (Ursus arctos),
      • der Grizzlybär (Ursus horribilis),
      • der Schwarzbär oder Baribal (Ursus s. Euarctos americanus),
      • der Eisbär (Ursus s. Thalarctos maritimus),
      • der Kragenbär (Ursus thibetanus),
      • der Lippenbär (Melursus ursinus),
      • der Malaienbär (Helarctos malayanus) und
      • der Brillenbär (Tremarctos ornatus);
    3. alle Arten der Echten Krokodile (Crocodylidae),
    4. alle Arten der Alligatoren und Kaimane (Alligatoridae) und
    5. der Gavial (Gavialis gangeticus).

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