Fische

Herausgegeben vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft

vom 30 Dezember 1998

Bei den in Deutschland gepflegten Heimtieren stehen zahlenmäßig Süßwasserfische an der Spitze. Die Aquarienfischpflege hat eine lange Tradition. Zum einen liegt das sicher daran, daß Fische selbst in beengten Wohnverhältnissen in einem ngedeuteten Lebensraumausschnitt gepflegt und in Ausnahmefällen auch einmal einige Tage sich selbst überlassen werden können. Dennoch verlangt auch die Haltung von Fischen eine grundlegende Sachkenntnis des Halters über deren artspezifische Bedürfnisse, zumal sie mehr als andere Tiere dem sie umgebenden Medium ausgesetzt sind.
Heute steht für die Aquaristik ein ausreichendes Angebot an technischen Hilfsmitteln und sonstigem Zubehör zur Verfügung. Kein anderer Sektor der Heimtierhaltung kann auf eine derart vielfältige Fachliteratur zurückgreifen. Dennoch sind gravierende Fehler bei der Pflege von Fischen im Aquarium keine Seltenheit. Das vorliegende Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Zierfischen soll helfen, die Pflege der m häufigsten gekauften Fischarten (handelsrelevante Fischarten) leichter beurteilen zu können. Unter Zierfischen werden in diesem Gutachten alle Süßwasserfische verstanden, die als Heimtiere im Sinne des Europäischen Übereinkommens zum Schutz von Heimtieren gehalten werden. Hiernach sind Heimtiere Tiere, die der Mensch insbesondere in seinem Haushalt zu seiner eigenen Freude und als Gefährten hält oder die für diesen Zweck bestimmt sind.
Bewusst wurde davon Abstand genommen, alle Fischarten, die aquaristisch mehr oder weniger relevant sind, insgesamt aufzulisten. Nur die nach beim Handel ermittelten Zahlen am häufigsten gekauften Arten bzw. Formen sind hier um der Praktikabilität Willen aufgenommen worden. Diese Angaben können im Laufe der Zeit ihre Geltung verlieren und müssen deshalb in gewissen Abständen überprüft werden. Bei Fragen zur tiergerechten Pflege anderer Arten muss auf Information in der weiterführenden Fachliteratur zurückgegriffen werden. Dieses Gutachten soll und kann auch deren Lektüre keinesfalls ersetzen.
Die für eine tiergerechte Pflege unabdingbaren Parameter sind im allgemeinen Teil des Gutachtens kurz erläutert und die einzelnen Arten in einer Tabelle mit den erforderlichen Haltungsbedingungen aufgelistet. Die ausgewählten Parameter sind eine Ergänzung des Gesamteindrucks, den das Aquarium bzw. der Gesamtzustand und das Verhalten der Fische als wichtigste Kriterien für die Bewertung einer tiergerechten Haltung bieten.
Haltungsbedingungen jenseits der in diesem Gutachten angegebenen Grenzen sind nicht akzeptabel. Die Angaben in der Tabelle sind Mindestanforderungen, die der Tatsache Rechnung tragen, dass Fische bei gründlicher Eingewöhnung im allgemeinen sehr anpassungsfähig sind und außerdem aus sehr unterschiedlichen Herkunftsgewässern stammen (Wildfänge aus dem Ursprungsland, aus Zuchtbetrieben in anderen Ländern). Anzustreben ist, dass der Zierfischhalter Angaben zur Herkunft seiner Tiere bekommt, um die individuellen Ansprüche besser einschätzen zu können.
Bei der Vergesellschaftung verschiedener Arten ist darauf zu achten, dass die Fische hinsichtlich der Ansprüche an die Wasserqualität und Temperatur sowie des Sozialverhaltens zueinander passen und dass die Einrichtung des Aquariums den Bedürfnissen aller Arten Rechnung trägt.
Die Ausführungen im allgemeinen Teil gelten hinsichtlich der Wasserqualität und der Nahrungfür die dauerhafte Pflege von Zierfischen und für die Hälterung im Zierfischhandel. Im Hinblick auf Beckenabmessungen und die Aquarieneinrichtung sind im Zierfischhandel andere Bedingungen möglich. Auf für den Handel bindende Angaben wird gesondert hingewiesen.
Nur vier Arten sind als Teichfische handelsrelevant (s. "Andere" in der Tabelle). Daher wurde auf ausführliche Angaben zur Teichhaltung von Fischen (insbesondere zur Ausstattung von Teichen) verzichtet. Im Hinblick auf die Wasserqualität gelten dort die Angaben dieses Gutachtens.


I. Allgemeiner Teil

Wasserwerte
Die angegebenen Wasserwerte stellen Grenzen dar, innerhalb derer Fische dauerhaft gepflegt werden können.
Zur Zucht bzw. zur Zuchtvorbereitung oder zu Therapiezwecken sowie zur Eingewöhnung importierter Fische können Abweichungen der angegebenen Temperatur, Härtegrade und pH-Werte erforderlich sein.

  • Temperatur/Temperaturbereich Die Angaben nennen Werte, unter denen die jeweiligen Arten problemlos gehalten werden können. Diese Temperaturbereiche dürfen längerfristig nicht über- oder unterschritten werden. Für die dauerhafte Pflege sind mittlere Werte anzustreben.
  • Härte/Härtebereich Die Angaben in Graden deutscher Gesamthärte (°dGH) beziehen sich auf Definitionen, die unkompliziert zu handhaben sind und sich in der Praxis bewährt haben:
    Härtebereich I: < 15; Härtebereich II: 15 - 30.
    Diese Werte sollten nicht wesentlich (3 °dGH) über- oder unterschritten werden.
    Die Fische werden in der Tabelle zwei Härtebereichen zugeteilt. Wird der Bereich ohne Klammern angegeben, wird ein Toleranzbereich von ± 5° dGH akzeptiert, ist eine Klammer rechts angegeben, so bedeutet dies, dass keine Toleranz nach oben akzeptiert wird. Für die dauerhafte Pflege sind in der Regel mittlere Werte anzustreben.
    Bei sehr weichem Wasser sollte zur Vermeidung eines gefährlichen Säuresturzes ein Mindestsäurebindungsvermögen, dass einer Carbonathärte von mindestens 2° entspricht, sichergestellt werden.
  • pH-Wert Der pH-Wert ist ein für das Halten von Fischen wichtiger Parameter. Die folgende Einteilung der pH-Werte hat sich in der Praxis bewährt:
    I = 5.0 - 7.0; II = 6.0 - 8.0; III = 7.0 - 9.,0.
    Für die dauerhafte Pflege sind mittlere Werte anzustreben.
    Wird der Bereich mit Klammern angegeben, so wird keine Toleranz akzeptiert. Wird der Bereich ohne Klammern angegeben, so wird eine Toleranzbreite von ± 0.5 akzeptiert. Ist nur eine Klammer angegeben, so bedeutet dies, wenn die Klammer links steht, eine Toleranz von + 0.5, wenn die Klammer rechts steht, eine Toleranz von - 0.5.
  • Schadstoffe In einem gut gepflegten Aquarium werden normalerweise Nitratwerte von 100 mg/l nicht überschritten. Höhere Werte sind in der Regel ein Hinweis auf mangelhafte Pflege.Nitrit ist in der Regel nicht nachweisbar. Ein Nitritwert von 1,0 mg/l darf nur kurzfristig erreicht werden.
  • Aquariengröße Besonders problematisch ist die Angabe der Aquariengröße, da sie von vielen Variablen abhängig ist (Versteckmöglichkeiten, Bepflanzung, Vergesellschaftung, Besatzdichte u.ä.).
    Die in der Tabelle gemachten Angaben zur Aquariengröße sind Mindestmaße für ausgewachsene Tiere. Sie gelten nicht für eine vorübergehende Hälterung im Handel oder auf Börsen und ähnlichen Veranstaltungen.
    Die Angaben beziehen sich auf die Kantenlänge handelsüblicher Aquariengrößen (Länge x Breite x Höhe):

      60 cm =   60 x 30 x 30 cm (54 l) oder 60 cm = 60 x 30 x 35 cm (63 l)
      80 cm =   80 x 35 x 40 cm (112 l)
    100 cm = 100 x 40 x 50 cm (200 l)
    120 cm = 120 x 40 x 50 cm (240 l) oder 120 cm = 120 x 50 x 50 cm (300 l)
    150 cm = 150 x 50 x 50 cm (375 l).

    Je größer das Wasservolumen eines Aquariums ist, desto stabiler ist die Wasserqualität, daher sollte das Aquarienvolumen für die dauerhafte Haltung 60 l nicht unterschreiten. 54 l Aquariumvolumen sind als Mindestmaß für die dauerhafte Haltung anzusehen.
    Die in der Tabelle gemachten Angaben zur Kantenlänge sind Richtwerte, unter denen die jeweiligen Arten dauerhaft gehalten werden können. Diese Maße dürfen nicht wesentlich unterschritten werden. Zur Zucht bzw. zur Zuchtvorbereitung, für Ausstellungen und Wettbewerbe, sowie für die Pflege besonders kleiner Arten sind abweichende Behältergrößen zulässig.

Aquarieneinrichtung
Die Einrichtung der Aquarien muss sich an den Bedürfnissen der zu pflegenden Arten orientieren.
Zu den wichtigsten Mindestausstattungen gehören:

  • eine den artspezifischen Bewegungsbedürfnissen entsprechende Raumgröße;
  • technische Einrichtungen zur Sicherung der Wasserqualität (ggf. Filter, Heizung, Lüftung);
  • Versteck- und Deckungsmöglichkeit.

Ein Aquarium für die dauerhafte Pflege ist so einzurichten, dass eine Sicht durch den Boden nicht möglich ist.

 

Besatzdichte
Verbindliche Angaben zur Besatzdichte sind nicht sinnvoll, da sie von zu vielen Variablen abhängen und deshalb zu stark vereinfacht werden müssten. Wegen der Gefahr von Missverständnissen wären sie unter dem Gesichtspunkt des Tierschutzes eher kontraproduktiv als nützlich.
Beispielsweise wechseln sich in Abhängigkeit von Alter (Jungfische, subadulte und adulte Exemplare), von spezifischen biologischen Aktivitätsphasen (verpaarte/unverpaarte, territoriale/nicht-territoriale, balz-, fortpflanzungs-, brutpflegeaktive Exemplare) periodisch immer wieder Phasen mit größerem und erheblich geringerem Raumbedarf ab.
Ferner sind für die zulässige Besatzdichte nicht nur die Einrichtung, das Zahlenverhältnis der Geschlechter, sondern auch die Abmessung des Aquariums (Oberfläche oder Grundfläche, Höhe) von entscheidender Bedeutung. In einem kleineren, gut gegliederten Aquarium kann die Besatzdichte durchaus größer sein als in einem weit größeren, aber weitgehend leeren Aquarium.

 

Sozialverhalten
Jede Fischart in einem Aquarium sollte ihrer natürlichen Sozialstruktur entsprechend gehalten werden. Dabei sind folgende Unterscheidungen zu berücksichtigen:

  • Schwarm: Fische, die sich in einer größeren Gemeinschaft von Artgenossen in ihrem Lebensraum bewegen. Daraus ergibt sich eine höhere Mindestanzahl der gepflegten Tiere. Im allgemeinen sollen mindestens ehn Fische dieser Art gepflegt werden.
  • Gesellig: Fische, die Artgenossen benötigen, um ihr arttypisches Verhalten zeigen zu können. Im allgemeinen sollen mindestens fünf Fische dieser Art gepflegt werden.
  • Harem: Pflege von einem Männchen und mehreren Weibchen.
  • Paar: Fische, die vorübergehend oder zeitweise in Paarbildung (ein Männchen, ein Weibchen) leben.
  • Einzelgänger: Arten, die bei üblichen Beckengrößen nur einzeln gehalten werden können.


Gesundheitsvorsorge und Ernährung der Aquarienfische
Fische sind dem sie umgebenden Medium mehr ausgesetzt als jede andere Wirbeltiergruppe. Das hängt einmal mit dessen physikalisch-chemischen Eigenschaften zusammen, zum anderen mit ihrem Körperbau. Chemische Reize wirken sich deshalb intensiv aus. Parasiten und Krankheitserreger finden in der räumlichen Begrenzung eines Aquariums schnell ideale Bedingungen für die Ausbreitung. Daher ist das Wohlbefinden von Aquarienfischen möglichst täglich zu kontrollieren. Ein teilweiser Wasserwechsel soll regelmäßig vorgenommen werden.
Fische dürfen nicht plötzlichen Veränderungen der Wasserwerte ausgesetzt werden. So müssen z.B. beim Umsetzen der Fische von einem Aquarium in das andere die Wasserwerte allmählich aneinander angeglichen werden.
Die Wasserparameter Nitrit- und Nitratgehalt sowie der pH-Wert sollten in regelmäßigen Abständen (mindestens 14-tägig) kontrolliert werden.
Die in diesem Gutachten behandelten Fische sind weitgehend omnivor, d. h. Allesfresser. Für sie stehen heute eine breite Palette an Fertigfutter und Frostfuttersorten, verschiedenstes gefriergetrocknetes Futter und zahlreiche Lebendfutterorganismen zur Verfügung. Für eine allen Anforderungen genügende Ernährung sind Fische mit verschiedenen Futtersorten zu füttern.
Erfahrungsgemäß werden Fische im Aquarium eher übermäßig gefüttert. In einem gut gepflegten Aquarium können Fische gelegentlich wenige Tage ohne Futterzugaben auskommen.


 Spezieller Teil:

 Handelsrelevante Arten

Arten Härte Temp. °C pH - Wert Bemerkungen Sozial-
verhalten
Aquarien-
größe
I II   I II III    
O.: CHARACIFORMES
(Salmlerartige)
 
Fam. Alestidae  
Arnoldichthys spilopterus
(Afrik. Großschuppensalmler)
X   23 - 28   X)     Gesellig 100
Brycinus longipinnis
(Langflossensalmler)
X   22 - 28   X)     Gesellig 100
Phenogrammus interruptus
(Kongosalmler)
X   23 - 28   X)     Gesellig 100
 
Fam.: Characidae
(Echte Amerik. Salmler)
 
Aphyocharax anisitsi
(Rotflossensalmler)
X   20 - 26   X)     Gesellig 60
Gymnocorymbus ternetzi
(Trauermantelsalmler)
X X) 18 - 28   X     Gesellig 60
Hasemania nana
(Kupfermantelsalmler)
X   22 - 28 X X)     Gesellig 60
Hemigrammus caudovittatus
(Rautenflecksalmler)
X X 18 - 28 X X   Frisst Pflanzen Gesellig 80
H. erythrozonus
(Glühlichtsalmler)
X)   23 - 29 X X)     Gesellig 60
H. ocellifer
(Schlußlichtsalmler)
X   23 - 29 X X)     Gesellig 60
H. pulcher
(Karfunkelsalmler)
X   23 - 29 X X)     Gesellig 60
H. rhodostomus
(Rotmaulsalmler)
X)   23 - 29 X       Gesellig 80
Hyphessobrycon bentosi
(Schmucksalmler)
X   23 - 29 X X)     Gesellig 60
H. callistus
(Blutsalmler)
X   18 - 29 X X)   Aggressivität Gesellig 60
H. erythrostigma
(Kirschflecksalmler)
X)   23 - 28 X       Gesellig 80
H. flammeus
(Roter von Rio)
X   20 - 28 X X   Bis 25° dGH Gesellig 60
H. herbertaxelrodi
(Schwarzer Neon)
X)   23 - 28 X X)     Gesellig 60
 
Arten Härte Temp. °C pH - Wert Bemerkungen Sozial-
verhalten
Aquarien-
größe
I II   I II III  
H. pulchripinnis
(Zitronensalmler)
X   23 - 28 X X)   Bis 25°dGH Gesellig 60
Inpaichthys kerri
(Königssalmler)
X)   23 - 28 X X)     Gesellig 60
Megalamphodus megalopterus
(Schwarzer Phantomsalmler)
X   22 - 29 X X)     Gesellig 60
M. sweglesi
(Roter Phantomsalmler)
X   22 - 29 X X)     Gesellig 60
Moenkhausia pittieri
(Brilliantsalmler)
X)   22 - 29 X       Gesellig 80
M. sanctaefilomenae
(Rotaugen - Moenkhausia)
X   20 - 28   X   Bis 25°dGH Gesellig 80
Nematobrycon palmeri
(Kaisertetra)
X   22 - 29 X X)     Gesellig 80
Paracheirodon axelrodi
(Roter Neon)
X)   24 - 30 X X)     Gesellig 60
P. innesi
(Neonsalmler)
X   20 - 28 X X)     Gesellig 60
Petitella georgiae
(Rotkopfsalmler)
X)   22 - 29 X X)     Gesellig 80
Pristella maxillaris
(Sternflecksalmler)
X X) 22 - 29   X     Gesellig 60
Thayeria boehlkei
(Schrägschwimmer)
X   22 - 29   X)     Gesellig 60
 
Fam.: Gasteropelecidae
(Beilbauchfische)
 
Carnegiella strigata
(Marmorierter Beilbauchfisch)
X)   23 - 30 X X)   Aquariumabdeckung Gesellig 80
Gasteropelecus sternicla
(Silberbeilbauchfisch)
X)   23 - 29 X X)   Aquariumabdeckung Gesellig 80
Thoracocharax securis
(Platinbeilbauch)
X)   23 - 30 X X)   Aquariumabdeckung Gesellig 100
 
Fam. Lebiasinidae
(Schlanksalmler)
 
Nannostomus eques
(Spitzmaul-Ziersalmler)
X)   23 - 30 X X)     Gesellig 60
N. beckfordi
(Längsbinden-Ziersalmler)
X   23 - 30 X X)     Gesellig 60
N. marginatus
(Zwerg-Ziersalmler)
X)   23 - 30 X X)     Gesellig 60
 
Arten Härte Temp. °C pH - Wert Bemerkungen Sozial-
verhalten
Aquarien-
größe
I II   I II III  
O. Cypriniformes
(Karpfenartige)
 
Fam.: Cobitidae
(Schmerlen, Dorngrundeln)
 
Acanthopsis sp.
(Pferdekopfschmerle)
X   23 - 28   X   Feiner Kies
(Sand) als Boden
Gesellig 100
Botia macracanthus
(Prachtschmerle)
X   23 - 28 X X   Aggressiv! Gesellig 150
Pangio spp.
(Dornaugen)
X   23 - 28 X X   Feiner Kies
(Sand) als Boden
Schwarm 60
 
Fam.: Gyrinocheilidae
(Algenfresser)
 
Gyrinocheilus aymonieri
(Siames. Saugschmerle)
X X) 22-28   X   Pflanzliche Kost,
im Alter
revierbildend
   
 
Fam.: Cyprinidae
(Karpfenfische)
 
Balantiocheilus melanopterus
(Haibarbe)
X X) 22 - 28   X   Größe!
Schwimmbedürfnis
Gesellig > 150
Brachydanio albolineatus
(Schillerbärbling)
X X) 20 - 30   X     Gesellig 60
B. frankei
(Leopardbärbling)
X X) 18 - 28   X     Gesellig 60
B. rerio
(Zebrabärbling)
X X) 18 - 28   X     Gesellig 60
Crossocheilus spp.
(Algenfresser)
X X) 22 - 28   X   Pflanzliche Kost Gesellig 100
Danio aequipinnatus
(Malabarbärbling)
X X) 20 - 28   X     Gesellig 100
Epalzeorhynchus bicolor
(Feuerschwanz)
X   22 - 28   X   Revierbildend,
nur bedingt geeignet
als Aquarienfisch
Einzelgänger
im Alter
120
E. kallopterus
(Schönflossenbarbe)
X   24 - 28   X   Revierbildend Einzelgänger 100
 
Arten Härte Temp. °C pH - Wert Bemerkungen Sozial-
verhalten
Aquarien-
größe
I II   I II III  
E. frenatus
(Grüner Fransenlipper)
X   22 - 28   X       120
Puntius conchonius
(Prachtbarbe)
X X 18 - 30   X     Gesellig 80
P. nigrofasciatus
(Purpurkopfbarbe)
X X) 20 - 27   X     Gesellig 80
P. "schuberti"
(Messingbarbe)
X X) 18 - 27   X     Gesellig 60
P. tetrazona
(Sumatrabarbe)
X X) 21 - 28   X   Nicht mit
langflossigen
Fischen vergesellschaften
Gesellig 60
P. ticto
(Odessa-, Rubinbarbe)
X X) 16 - 26   X     Gesellig 60
P. titteya
(Bitterlingsbarbe)
X   22 - 29   X)     Gesellig 60
Rasbora heteromorpha
(Keilfleckbarbe)
X   24 - 29 X       Gesellig 60
Tanichthys albonubes
(Kardinalfisch)
X X 16 - 30   X     Gesellig 60
 
O.:Siluriformes
(Welsartige)
 
Fam. Aridae
(Kreuzwelse)
 
Arius seemanni
(Minihai)
  X 22 - 26     X Nicht geeignet als
Aquarienfisch!
Geschlechtsreife Tiere
müssen in
Meerwasser
gehalten werden
  >150
Fam. Aspredinidae
(Bratpfannenwelse)
 
Dysichthys bicolor
(Zweif. Bratpfannenwels)
X   22 - 27 X X)   feiner Kies
(Sand) als Boden
  80
 
Arten Härte Temp. °C pH - Wert Bemerkungen Sozial-
verhalten
Aquarien-
größe
I II   I II III  
Fam. Callichthyidae
(Schwielenwelse)
                 
Callichthys callichthys
(Schwielenwels)
X X) 18 - 28 X X)     Gesellig 120
Corydoras aeneus
(Metallpanzerwels)
X X) 20 - 30 X X)     Gesellig 60
C. paleatus
(Marmorierter Panzerwels)
X   18 - 30 X X)     Gesellig 60
C. trilineatus
(i.d.R. verkauft als C.julii)
X   22 - 30 X X)     Gesellig 60
 
Fam.: Loricariidae
(Harnischwelse)
 
Ancistrus spp.
(Antennenwels)
X X) 18 - 30   X   Pflanzliche Kost
und Wurzeln
  80
Farlowella acus
(Nadelwels)
X)   24 - 27 X     Pflanzliche Kost
und Wurzeln
Gesellig 80
Glyptopterichthys gibbiceps
(Wabenschilderwels)
X X) 22 - 30 X X   Größe!

Anmerkungen zur Tabelle

Besonderheiten/Bemerkungen
Hier sind arttypische Besonderheiten des Verhaltens, Ernährungs- spezialisierungen usw. genannt. Auch diese Angaben, die auf verschiedenen Pflegeerfahrungen und Verhaltens-beobachtungen beruhen, dienen der Bewertung der Aquarienfischhaltung und sind Mindest-anforderungen. Bei Arten, die sich für die Aquarienhaltung nur bedingt eignen, ist dies vermerkt.
Angaben zur Wasserhärte
Härtebereich I = < 15
Härtebereich II 0 15 - 30
X: Es wird eine Toleranz von ± 5° d GH akzeptiert
X): Es wird keine Toleranz nach oben akzeptiert
Angaben zum pH-Wert
I = 5,0 - 7,0
II = 6,0 - 8,0
III = 7,0 - 9,0
X: Es wird eine Toleranz von ± 0,5 akzeptiert
(X: Es wird eine Toleranz von + 0,5 akzeptiert
X): Es wird eine Toleranz von - 0,5 akzeptiert
(X): Es wird keine Toleranz akzeptiert
Angaben zur Aquariengröße
Die Angaben beziehen sich auf die Kantenlänge handelsüblicher Aquarien (Länge x Breite x Höhe).
60 cm = 60 x 30 x 30 (54 l) oder 60 x 30 x 35 (63 l)
80 cm = 80 x 35 x 40 (112 l)
100 cm = 100 x 40 x 50 (200 l)
120 cm = 120 x40x 50 (240 l) oder 120 x 50 x 50(300 l)
150 cm = 150 x 50 x 50 (375 l)


Erklärung

Die Unterzeichner erheben im Zusammenhang mit der Verabschiedung des Gutachtens über Mindestanforderungen für das Halten von Zierfischen (Süßwasser) folgende Forderungen:

  1. Alle für den Handel bestimmten Importtiere, unabhängig davon, ob es sich dabei um Wildfänge oder um importierte Nachzuchten handelt, müssen, ehe sie an Dritte weitergegeben werden dürfen, durch den jeweiligen Importeur zur Eingewöhnung und zur gesundheitlichen Überwachung in einer angemessenen Quarantäne unter veterinärmedizinischer Kontrolle gehalten werden, die dem jeweiligen tierärztlichen Kenntnisstand entspricht.
  2. Mitentscheidend für eine verantwortungsvolle und tiergerechte Zierfischhaltung ist die Qualität der Beratung im Tierhandel. Aus diesem Grund ist eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung des Verkaufspersonals im Lebendtier-, aber auch im Zubehörhandel, dringend erforderlich. Eine Sachkundeprüfung sollte im Rahmen der Genehmigung nach § 11 Tierschutzgesetz für alle Bundesländer eingeführt werden. Es wird hierzu empfohlen, dass von den an der Erstellung des Gutachtens über "Mindestanforderungen an die Haltung von Zierfischen (Süßwasser)" beteiligten Verbänden ein verbindlicher Katalog erstellt wird.
  3. Alle Personen, die sich mit der Haltung und Zucht von Fischen beschäftigen, müssen gemäß § 2 Ziffer 3 Tierschutzgesetz sachkundig sein.
    Grundsätzlich sollte für die Haltung von aufgrund ihrer Größe oder Lebensweise besonders schwierig zu pflegenden Arten die Sachkunde des Halters und das Vorliegen der nötigen Haltungsvoraussetzungen entsprechend § 2 Tierschutzgesetz nachgewiesen werden. Der Handel sollte seinen Beitrag hierzu leisten, indem er aufklärend und umfassend den potentiellen Käufer berät und schwierig zu pflegende Fische an den Verkaufsaquarien besonders kennzeichnet. Eine Liste sachkunderelevanter Arten sollte auf Initiative des BML von den an der Erstellung des Gutachtens über "Mindestanforderungen an die Haltung von Zierfischen (Süßwasser)" beteiligten Verbänden erstellt werden. Sofern das BML eine auf § 13 Abs. 3 Tierschutzgesetz gestützte Verordnung vorbereiten sollte, soll in bezug auf Süßwasserfische diese Liste berücksichtigt werden.
  4. Zum Schutz der natürlichen Bestände sollte der Bedarf an Aquarienfischen vorwiegend aus Nachzuchten gedeckt werden. Diese können - unter hinreichender Beteiligung der indigenen Bevölkerung - ggf. auch in den Herkunftsländern der Zierfische erzielt werden. Importe naturentnommener Tiere sollten nur noch erfolgen, wenn sie sowohl den Anforderungen des Tierschutzes als auch den Grundsätzen einer nachhaltigen Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen entsprechen.
    Nachhaltige Projekte, wie z. B. das in der Veröffentlichung des Bundesamtes für Naturschutz zur "Nachhaltigen Nutzung" (LINKE, H. in JELDEN, D., SPROTTE, 1. & GRUSCHWITZ, M., 1998) vorgestellte und von der Universität in Manaos betreute Projekt "PIABA" in Barcelos am mittleren Rio Negro, sollten durch Schaffung geeigneter, auch marktwirtschaftlicher Rahmenbedingungen unbedingt gefördert werden.
    Zuchtbetriebe von Aquarienfischen außerhalb der Herkunftsländer sind abzulehnen, wenn durch sie eine Gefahr der Faunenverfälschung droht. Solche Betriebe sollten baldmöglichst auf autochthone Arten umgestellt werden. Es ist insbesondere aus ökologischer Sicht bedenklich, wenn gebietsfremde Arten, beispielsweise südamerikanische Salmler und Cichliden in südostasiatischen Zuchtbetrieben in Teichen und anderen offenen Gewässern gehältert und gezüchtet werden.

Der Deutsche Tierschutzbund gibt unabhängig von der sonstigen Zustimmung zur vorliegenden Erklärung folgende Differenz zu Protokoll:
Naturentnahmen lehnen wir selbst unter den Aspekten der tierschutzgerechten Durchführung und der nachhaltigen Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen wegen der damit verbundenen Tier- und Artenschutzprobleme generell ab.

 

Dr. Markus Biffar



Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz e.V.
Horst Linke



Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz e.V.
Prof. Dr. Dieter Jauch



Verband deutscher Zoodirektoren e. V. (Vorsitz)
Horst Linke



Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde e.V. -VDA-
Gerd Köhlmoos



Industrieverband Heimtierbedarf e.V.

Günter Meckfessel



Zierfischgroßhandel im Zentralverband
zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V.

Dr. Petra Kölle




Bundestierärztekammer e.V.
Dr. Heike Pankatz



Deutscher Tierschutzbund e. V.
Dr. Jochen Weins




Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.
Dipl.-Biologe Wolfgang Rades




Deutscher Naturschutzring e.V.
NABU-Artenschutzzentrum Leiferde